Freunde von Herman e.V.

Die einzig wahre Geschichte .....

 Der Esel, der Esel, wo kommt der Esel her ? 

So wird im alten Weihnachts-Kinderlied gefragt, und eine ganz ähnliche Frage stellten im Frühjahr 2009 drei besorgte Wetzlarer BürgerInnen des Denkmalschutzbeirates in Begleitung des Amtes für Denkmalschutz den Kneipenwirt des Cafe Vinyl am Schillerplatz, hier in Wetzlar.

Der antwortete prompt, so wie er es als gebürtiger Weseler als Kind gelernt hat: “ Aus Wesel, aus Wesel; er will ans Schwarze Meer !”

Der erste Teil seiner Aussage war stimmig; handelt es sich doch bei unserem Esel um einen aus der Aktion “ 111 Esel für Wesel “, bei der die Echo-Frage “ Wie heißt der Bürgermeister von Wesel ? “ , die regelmäßig und seit Jahrhunderten beständig mit der Antwort “ Esel “ beantwortet wird, aufgegriffen wurde und als neue Attraktion in der gesamten Weseler Innenstadt bunt bemalte Esel aufgestellt wurden.

Der zweite Teil, also die Absicht des Esels, ans Schwarze Meer zu wollen, das erledigte sich recht schnell, da es Herman, so der Name des Esels, in Wetzlar so gut gefiel, dass er beschloss zu bleiben um nunmehr im Biergarten des Wirtuosen Hoffmann weitere Bekanntschaften mit der Wetzlarer Bevölkerung zu machen.

Das lief anfänglich auch sehr gut; nachdem man sich ein paar Tage beschnuppert hatte, gab es viel Anlass zur Freude bei Groß und Klein, Wetzlarern und Besuchern. Herman war in aller Munde, wurde gerne besucht und fotografiert.

Der Besuch dieser drei besagten Bürger allerdings ließ noch einmal den Gedanken mit dem Schwarzen Meer in Herman aufkommen, und die drei hätten eine baldige Abreise wohl sehr begrüßt; passe er doch nun so gar nicht in diese schöne Fachwerk-Altstadt und stelle evtl. auch eine Verkehrsgefährdung dar.

Das wollte allerdings keiner von beiden, weder Herman noch Kneipenwirt Hoffmann, obwohl es sicherlich hilfreich wäre, noch ein halbes Duzend Esel aufzustellen, so dass sich die Autofahrer auch endlich an das vorgesehene Schritttempo hielten.

Also beantragte Hoffmann ganz offiziell beim Ordnungsamt die “Erweiterung des Biergartens um eine orangefarbene lebensgroße Eselplastik, die auf einem Rollbrett fixiert, abends wieder im Cafe lagern könne.” Die ablehnende Antwort kam umgehend, wieder mit dem Grund einer evtl. Verkehrsgefährdung und zusätzlich konkret “ eine nicht gewollte Wirkung des Esels auf die Altstadt “.

Daraufhin fragte der Wirt in einem weiteren Schreiben, warum es nicht gewollt sei, dass Passanten, speziell auch Kinder, Spaß haben und sich an Herman erfreuen. Wegen der Verkehrsgefährdung beantragte er eine Ortsbegehung, so dass der Esel einen Platz zugewiesen bekäme auf dem er keine Gefährdung darstelle. Dieser Ort wurde auch prompt gefunden, nur mit der nicht gewollten erfreulichen Wirkung hatte der Denkmalschutz noch so seine Probleme.

Sollte so ein Amt nicht nur für den Erhalt ältester Gebäude, sondern auch der düsteren mittelalterlichen Stimmung vom 30-jährigen Krieg den Auftrag haben ? “fragte sich so mancher kopfschüttelnd, nachdem jetzt auch die Zeitung von diesem Possenspiel erfuhr.

Dieses und das Andauern des Briefwechsels zwischen Hoffmann und der Stadt führten dazu, dass das Herz der Wetzlarer Bevölkerung und der Gewerbetreibenden in der Wetzlarer Altstadt für Herman groß und größer wurde. Viele Geschäfte boten Herman Asyl an; er könne vor diesem und jenem Laden stehen...gerne...selbstverständlich... armer Kerl . Eine Schneiderei fertigte Soff - Aufnäher mit Eselmotiv und den Slogans “ Rettet Herman , I love Herman“ und weitere an. Eselkekse wurden gebacken, es gab Esel-Schokolade, Aufkleber, Fingerpuppen.

Es entwickelte sich eine einzig(un-)artige Esel-Manie ( Hermanie = Harmonie ). Auch der Amtsschimmel konnte, ob dieser Volksbewegung nur noch laut wiehern anstatt auszutreten. Und so wurde aus der anfangs von der Stadt auferlegten täglich zweistündigen Standerlaubnis des Esels eine dauerhafte Duldung.

Aus dem entstandenen Netzwerk der Eselfreunde wurde der Verein “ Freunde von Herman “ gegründet, dessen Ziel es unter anderem ist, den orangen Esel Herman als liebenswerte Besonderheit neuester Wetzlarer Geschichte für die Besucher Wetzlars bekannt zu machen.

Die Biere WETZLARAER ESEL, ESEL|WEISS und seit 2016 auch ESEL|DUNKEL sind ein weiterer Schritt in diese Richtung.

Hermans Freunde hoffen, noch weitere Eseleien mit und für die Wetzlarer und Gäste zu veranstalten, und danken hiermit noch einmal sehr herzlich den drei besorgten BürgerInnen unserer Stadt,  ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre !!